Schröpfen gehört zu den ältesten Methoden der Erfahrungsmedizin und ist heute in TCM-, Naturheil- und Massagepraxen weit verbreitet. Doch Schröpfglas ist nicht gleich Schröpfglas: Je nach Methode, Behandlungsbereich und Arbeitsweise eignen sich unterschiedliche Systeme. Dieser Ratgeber gibt Ihnen einen Überblick über die gängigsten Varianten.
1. Feuerschröpfgläser – der Klassiker
Beim klassischen Feuerschröpfen wird der Sauerstoff im Glas kurz mit einer Flamme verbraucht; beim Aufsetzen entsteht so der Unterdruck.
- Vorteile: traditionelle Methode, langlebiges Glas, leicht zu reinigen, gerippte Gläser liegen gut in der Hand.
- Zu beachten: erfordert Übung und sicheren Umgang mit offener Flamme. Die Saugstärke lässt sich weniger fein dosieren als bei Pumpensystemen.
- Grössen: meist S bis XL (ca. 3,5 bis 5,5 cm Durchmesser) – kleine Gläser für schmale Bereiche, grosse für Rücken und Oberschenkel.
2. Schröpfgläser mit Saugball
Hier wird der Unterdruck mit einem Gummi-Saugball erzeugt – ganz ohne Flamme.
- Vorteile: einfache, sichere Handhabung, Saugstärke gut dosierbar, schnell einsatzbereit.
- Zu beachten: Der Saugball ist ein Verschleissteil. Bei Modellen mit abnehmbarem Ball lassen sich Glas und Ball getrennt reinigen.
- Typische Grössen: von ca. 1,3 cm für kleine Areale bis ca. 6 cm Durchmesser.
3. Schröpfsets mit Vakuumpumpe
Die Becher haben ein Ventil, der Unterdruck wird mit einer Handpumpe erzeugt.
- Vorteile: sehr präzise einstellbar, viele Grössen in einem Set, ideal für Behandlungen mit vielen Bechern gleichzeitig.
- Zu beachten: Kunststoffbecher sind leicht und bruchsicher, aber je nach Material weniger hitzebeständig. Glasbecher mit Ventil verbinden die Vorteile von Glas und Pumpe.
- Tipp: Eine Ersatz-Handpumpe im Schrank verhindert Ausfälle im Praxisalltag.
4. Silikon-Cups für die Schröpfmassage
Silikon-Cups werden zusammengedrückt, aufgesetzt und saugen sich beim Loslassen an. Sie eignen sich besonders für das bewegliche Schröpfen (Schröpfmassage), bei dem die Cups auf geöltem Gewebe verschoben werden.
- Vorteile: flexibel, bruchsicher, leicht zu transportieren und schnell gereinigt.
- Zu beachten: Die Saugkraft hängt vom Druck beim Aufsetzen ab. Transparente Cups erlauben die Sicht auf die Haut.
- Grössen: Sets mit mehreren Grössen (z. B. ca. 3,8 / 5,5 / 7 cm) decken die meisten Anwendungen ab.
Welches System passt zu Ihrer Praxis?
| System | Handhabung | Dosierbarkeit | Ideal für |
|---|---|---|---|
| Feuerschröpfglas | erfordert Übung | mittel | traditionelles Schröpfen |
| Glas mit Saugball | einfach | gut | Einsteiger, schnelle Anwendungen |
| Vakuum-Set mit Pumpe | einfach | sehr gut | viele Becher, präzises Arbeiten |
| Silikon-Cup | sehr einfach | mittel | Schröpfmassage |
Viele Praxen kombinieren zwei Systeme – zum Beispiel ein Vakuum-Set für das stehende Schröpfen und Silikon-Cups für die Schröpfmassage.
Reinigung und Pflege
- Becher nach jeder Behandlung reinigen und desinfizieren – beachten Sie die Herstellerangaben zum Material.
- Glas auf Risse und Abplatzungen prüfen; beschädigte Gläser sofort aussortieren.
- Saugbälle und Ventile regelmässig kontrollieren und bei nachlassender Saugkraft ersetzen.
- Silikon-Cups nach dem Einsatz mit Öl gründlich reinigen, damit sie nicht klebrig werden.
Fazit
Ob traditionell mit Feuer, komfortabel mit Saugball, präzise mit Vakuumpumpe oder flexibel mit Silikon: Das richtige Schröpfsystem hängt von Ihrer Methode und Ihrem Praxisalltag ab.
Bei Curanda finden Sie Feuerschröpfgläser, Schröpfgläser mit Saugball, Vakuum-Schröpfsets und Silikon-Cups in verschiedenen Grössen. Jetzt Schröpfbedarf entdecken – passendes Massageöl finden Sie unter Massage & Physiotherapie.